Abt. Leichtathletik

Jahresrückblick 1988

Veröffentlicht: Sonntag, 26. Juni 1988 23:30 Drucken

Bericht für das Jahr 1988 der Leichtathletikabteilung anläßlich der Jahreshauptversammlung des TSV Dagersheim am 08. April 1989

Mittlerweile ist die Leichtathletik nicht mehr die kleinste Abteilung im TSV. Mit Ablauf des Jahres 1988 zählte sie 80 Mitglieder. Am 16.03.1989 fand unsere diesjährige Abteilungsversammlung statt. Dabei konnte man dem Bericht des 1. Vorsitzenden, Dr. Ulrich Wellmann, entnehmen, daß es der Abteilung rundherum gut geht. Besonders hervorheben möchte ich, daß der gute Zusammenhalt in unserer Abteilung und das Eintreten für den anderen großgeschrieben wird und wir im Prinzip keinerlei Sorgen haben.
 

Seit unserer Abteilungsversammlung wurden die Skater offiziell in unserer Abteilung aufgenommen. Wie die meisten von Euch schon bemerkt haben, haben sich diese jungen Sportfreunde am Rande des Festplatzes eine Halfpipe in mühevoller Arbeit selbst gebaut und jetzt mit dem endgültigen Belag versehen. Jeder konnte die jungen Akteure sicherlich schon bewundern und hatte seine Freude daran. Wir hoffen, daß wir diese jungen Leute auch später einmal für leichtathletische Genüsse begeistern können.

 

Das Jahr 1988 brachte uns neben den beiden eigenen Sportfesten am 11. und 12.05.88 auch unseren 1. Dagersheimer Volkslauf am 03. September 1988. Unsere Athleten erstritten wiederum die Krone der Leichtathletik beim Zehnkampf am 14./15. Mai 1988 in Freudenstadt. Wir nahmen an den Deutschen Mannschaftsmeisterschaften in Reutlingen teil und empfingen bei uns die Leichtathleten aus Alba. Dieser Besuch wird uns lange in Erinnerung bleiben. Mit ihnen und der Böblinger Leichtathletik gemeinsam veranstalteten wir am 01. September 1988 den 1. Böblinger Wasserlauf. Am Abend gaben wir unseren Freunden aus Alba im Deufringer Schloß einen wunderschönen Abschiedsabend mit großem Menü und Tanz.

 

Wir nahmen mit etlichen Mannen an den Läufen in Hildrizhausen und Holzgerlingen teil, veranstalteten wieder unseren Flohmarkt und genossen neben unserer Nikolausfeier die 1. Leichtathletische Hochzeit zwischen unserem Schüler- und Jugendtrainer Ralf Feucht, genannt Puse und Monika Feucht.

  • 1988_Schuelergruppe
 
Die Schüler- und Jugendarbeit verläuft erfolgreich. Wir haben jede Menge Zuwachs erhalten und zählen mittlerweile 30 Igel. Unsere Trainer Ralf, Anja, Arndt, Stefan und Steffen bemühen sich liebevoll um die Verbesserung der Leistungen unserer Jüngsten. Bei den Aktiven hat sich ein Trainerwechsel vollzogen. Nach Gerd Fichtner werden die Aktiven jetzt von Jürgen Holst trainiert, der auch seine beiden eigenen Kinder mit in die Leichtathletik einbringt.

 

Unser Verhältnis zur Leichtathletik des SV Böblingen wird sich dadurch weiter verbessern, daß dort ein Vorstandswechsel stattgefunden hat. Neuer Vorstand ist dort Jochen Reisch. Sowohl mit diesem als auch mit Jörg Bauer verbinden uns freundschaftliche Beziehungen, so daß wir damit rechnen, daß wir demnächst mit dem SV Böblingen gemeinsame Trainingszeiten vereinbaren können.

 
Unser derzeitiges Sorgenkind ist der Lauftreff, der leider nicht so besucht wird, wie wir es uns erhofften. Wir werden in Kürze neue Anstrengungen unternehmen, um dem Lauftreff etwas mehr Attraktivität zu verleihen.
 
  • 1988_dws
 
Ich möchte nicht schließen, ohne unserem Mitglied und Gesamtvorstand Dieter Schmidt für seine Mithilfe in unserer Abteilung zu danken und ihm zu seinen sportlichen Leistungen im Jahr 1988 zu gratulieren. Immerhin wurde er bei den Europa-Senioren-Meisterschaften in Verona Dritter über die 400 m-Strecke und mit der Staffel über 4 x 400 m sogar Erster. Hierzu herzlichen Glückwunsch.

Zum Schluß bleibt mir nur noch zu hoffen, daß unsere Abteilung weiterhin so blühen und wachsen möge wie bisher.


Alba 1988 ohne Sonne

Die Leichtathletik des TSV zog es auch dieses Jahr wieder nach Alba, um dort ihr nachösterliches Trainingslager zu absolvieren. Allzusehr hatte uns die Sonne im Jahr 1987 verwöhnt, als daß wir auch nur im entferntesten mit schlechtem Wetter in diesem Jahr gerechnet hätten. Frohgemut fuhren wir am Ostermontag in aller Herrgottsfrühe los, erreichten schon um 8 Uhr den Rheinfall in Schaffhausen, der uns dank seines reichlichen Wassers

Die Leichtathletik des TSV zog es auch dieses Jahr wieder nach Alba, um dort ihr nachösterliches Trainingslager zu absolvieren. Allzusehr hatte uns die Sonne im Jahr 1987 verwöhnt, als daß wir auch nur im entferntesten mit schlechtem Wetter in diesem Jahr gerechnet hätten. Frohgemut fuhren wir am Ostermontag in aller Herrgottsfrühe los, erreichten schon um 8 Uhr den Rheinfall in Schaffhausen, der uns dank seines reichlichen Wassers.
 
  • 1988_Alba
 
Die Leichtathletik des TSV zog es auch dieses Jahr wieder nach Alba, um dort ihr nachösterliches Trainingslager zu absolvieren. Allzusehr hatte uns die Sonne im Jahr 1987 verwöhnt, als daß wir auch nur im entferntesten mit schlechtem Wetter in diesem Jahr gerechnet hätten. Frohgemut fuhren wir am Ostermontag in aller Herrgottsfrühe los, erreichten schon um 8 Uhr den Rheinfall in Schaffhausen, der uns dank seines reichlichen Wassers

großartige Bilder vermittelte. 

Nach romantischer Fahrt am Ufer des Zuger Sees entlang erreichten wir über Chiasso, Mailand und Alessandria sehr bald Alba. Dort empfing uns schon leiser Nieselregen, der von nun an mehr oder weniger unser ständiger Begleiter sein sollte. Da es noch früh am Tage war, unternahmen wir einen ersten mittäglichen Bummel durch die leeren Gassen von Alba. Hungrig fielen wir in eine Pizzeria ein und trafen schon auf die ersten Böblinger Leichtathleten, die auch diesmal mit uns Sportplatz und Quartier teilten.

Don Alberto hatte uns lärmfreudigen Dagersheimer Nachtgespenstern dieses mal unsere Nachtlager im Nebenhaus angewiesen, er sollte Recht behalten. Fast keine Nacht ohne Fest.

Gottseidank konnten wir am Dienstag noch ohne Regen trainieren, aber die Langstreckler hatten auf den aufgeweichten Weinbergwegen doch alle Füße voll zu tun, um nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Auch mit den Wegen ist es im Piemont so eine Sache. Die schönen Wege münden alle auf einem Weinbauernhof mit mindestens drei wütend bellenden Hunden. Das ist des Läufers Los.

Es folgten Tage senza sole, aber Tage con Barole. Wir besichtigten in Barolo einen Winzerbetrieb, natürlich mit Weinprobe und belehrender Einführung über die klassischen Weinbaugebiete des Barbaresco und des Barolo.

Am Dienstagabend veranstalteten wir für unsere Albeser Freunde einen Deutschen Abend, zu dem die Jugend aus Alba aber auch die dem Sport verbundenen älteren Bürger zahlreich herbeiströmten und sich mit Hingabe an unserem deutschen Bier, Wurst und Schwarzbrot gütlich taten. Es war ein harmonischer Abend, der von Don Alberto, dem Wächter von Sitte und Moral nur zu früh beendet wurde. Am nächsten Abend zeigten wir in Florins Sportbar die Dias vom vergangenen Jahr und erhielten dafür viel Beifall von den Albansen.

Am Freitag, unserem letzten Tag lachte endlich wieder die Sonne, so daß unser Dreikampf - Weitsprung, Speerwurf und 300 m Lauf - gegen die Albeser Leichtathleten gestartet werden konnte. Wie letztes Jahr auch wurde zwar hart, aber mit viel Freude gekämpft. Der Abschiedsabend wurde wie stets mit großem Aufwand auf dem Schloß von Barolo in Szene gesetzt. Unsere Mädchen und Jungens überreichten ihren Angebeteten selbstgemalte Ostereier, Reden wurden gehalten und dann brach das Discofieber los.

Am Samstagmorgen wurden die Zimmer entrümpelt, tränenreicher Abschied genommen und auf dem bunten Markt in Alba. Reiseproviant und Mitbringsel gekauft. 


Ciao, ciao Alba, wir kommen wieder !!


Aus der Zeitung :

  • 1988_Mai19

Jahresrückblick 1987

Veröffentlicht: Freitag, 26. Juni 1987 23:24 Drucken

Bericht für das Jahr 1987 der Leichtathletikabteilung TSV Dagersheim in der Mitgliederversammlung des TSV am 04. März 1988

Im sechsten Jahr unseres Bestehens haben wir genau 60 Mitglieder erreicht. Könnte ich so weiterrechnen, wären die ersten 100 Mitglieder bald voll. So einfach ist es jedoch nicht, wie alle anderen Abteilungen müssen wir uns um den Nachwuchs bemühen. Seit etwa einem Jahr haben unsere Bemühungen um neuen Nachwuchs Erfolg gezeigt. Rund 10 bis 12 Schüler und Schülerinnen der Jahrgänge 80 bis 76 bilden eine sehr nette Gruppe genannt "die Fraggle", die liebevoll von Anja Lüders und Arnd Menschig betreut werden.

Aus unseren ehemaligen Krabbeltieren, "den Igels" sind mittlerweile junge Damen und junge Männer geworden, die zu den Aktiven aufrückten und dort mittrainieren. Leider klafft zwischen diesen Jahrgängen (1971 und 1970) und den Fraggels eine Lücke von 5 Jahren, die nur durch Einzelkämpfer notdürftig geschlossen wird.

 
Die Stimmung in der Abteilung ist weiterhin gut. Unsere Finanzen konnten durch die Erhöhung der Abteilungsbeiträge auf 18,-- DM für Schüler und Jugendliche und 36,-- DM für Erwachsene auf eine bessere Basis gestellt werden. Trainingsbetrieb, Wettkampfgelder und Fahrtkosten verschlingen rund 95 % unseres Etats von jährlich 6.000,-- DM. Um nicht ständig am Existenzminimum herumzuknabbern, war es notwendig neue Wege zu beschreiten. 

 

  • 1987_flohmarkt
 
Wir ließen uns etwas einfallen und veranstalteten erstmals im November 1987 einen Flohmarkt im alten Feuerwehrhaus. Die Idee dazu kam von meiner Frau und stieß zunächst auf viel Skepsis. Wir sammelten alles was verkäuflich erschien bei Freunden, Bekannten und Nachbarn und bekamen soviel Material zusammen, daß wir etwa 20 Tische und mehrere Kleiderständer bestücken konnten. Kaum hatten wir die Pforten am Samstagmorgen um 9 h geöffnet, strömten die Leute herbei und kauften und kauften. Als wir die Pforten schlossen, waren wir um gute 2.000,-- DM reicher. Wir sammeln jetzt schon für den nächsten Flohmarkt im November dieses Jahres und sind für Sachspenden jeder Art dankbar. 

Sportlich ließ sich das Jahr ebenfalls gut an. Neben Kreismeistern im Waldlauf, Hürdenlauf errang unser Kai Seewald wiederum den Bezirksmeister bei den Zehnkämpfern. Hätte er sich nicht bei den diesjährigen BW-Hallenmeisterschaften in Sindelfingen eine Verletzung zugezogen, wäre er bei den Baden-Württembergischen Ausscheidungsmeisterschaften im Achtkampf in der Schleyer-Halle in Stuttgart dabei gewesen, zu denen die fünfzehn besten Zehnkämpfer Baden-Württembergs eingeladen waren.

Wie immer führten wir im Frühjahr ein Trainingslager durch. Dieses Mal ging die Reise in unsere Partnerstadt nach Alba im Piemont. Nach vielen Briefen und tatkräftiger Mithilfe durch die Stadt stand die Organisation und wir rollten mit zwei Kleinbussen und einem Pkw über die Alpen in Richtung Süden. Bis zu den Alpen begleitete uns ständiger Regen. Nach dem St. Gotthard empfing uns die Sonne des Südens, die uns dann auch die eine Woche über nicht mehr verließ. Es waren hinreißende Tage, angefüllt mit Begegnungen, Einladungen, Gesprächen, viel Training und sportlichen Wettkämpfen mit der Leichtathletik von Alba. Unser Weihnachtsmann hat diese Tage in seinem jährlichen Gedicht wie folgt beschrieben:

 

Tage voller Sonne 
Tage voller Wonne 
Tage voller vino 
Tage wie im Kino 
Lager in den Fluren 
Stunden ohne Uhren

una festa in montagne 
Ausflug in die Langhe 
Training ohne Ende Alba 
wie ich's fände

einfach uferlos!

Die anschließende Wettkampfsaison zog sich bis Ende Semptember hin und war übermäßig lang. Wir besuchten viele Wettkämpfe, veranstalteten manch fröhliches Fest, so auch einen italienischen Abend im Hause Wellmann, so daß man manchmal sogar befürchten mußte, die Zahl der Feste könnte die der Wettkämpfe übertreffen.

Noch etwas gibt es aus dem Jahr 1987 zu berichten. Es betrifft unser ältestens aktives Mitglied, nämlich Dieter Schmidt. Seine Erfolgsbilanz 1987 liest sich wie folgt:

  • 2. Platz im 400-m-Lauf beim 3. Stuttgarter Hallensportfest im Februar
  • 1. Platz beim 400-m-Lauf bei den Senioren-Wettkämpfen im Juni in Stuttgart
  • 3. Platz beim 400-m-Lauf und 4. Platz beim 200-m-Lauf bei den Württembergischen Seniorenbesten-Wettkämpfen im Juni in Ravensburg
  • 2. Platz beim 100-m-Lauf bei den Bezirksoffenen Einzelwettkämpfen im Juli in Maulbronn und schließlich sein bestes Ergebnis:
  • 4. Platz im 400-m-Lauf bei den Deutschen Seniorenmeisterschaften im August 1987 in Essen.

Mit seinen 56,64 sec. über 400 m ist Dieter Schmidt nur wenig langsamer als manche unserer Aktiven. Ich kann nur sagen "bravo Dieter," weiter so und vor allem viel Glück bei den Europameisterschaften in Verona, die für dieses Jahr auf dem Programm stehen.

Auch sonst war die Leichtathletik nicht untätig. Wir bieten seit dem Mai 1987 zusätzlich einen Lauftreff an, der abwechselnd von unserem Nordlicht Reinhold Sönke und mir geleitet wird. Die Teilnahme ist völlig frei und nicht von einer Mitgliedschaft abhängig. Wer Lust hat, möge doch einmal vorbeikommen. Zur Zeit treffen wir uns noch samstags um 15,30 h und ab Beginn der Sommerzeit wieder dienstags um 19 h jeweils hinter dem Stadion am Lauftreffschild.

Erstmals werden wir dieses Jahr einen Volkslauf veranstalten und zwar am Samstag, dem 03. September. Wir haben einen Karton der Broschüren Sport, Spaß und Spiel mitgebracht, jeder der Lust hat, kann eine Broschüre mitnehmen. 

So das wären die Neuigkeiten der Leichtathletik aus dem Jahr 1987.

 
gez. U. Wellmann 


Alba — einfach uferlos!

Es sind zwar schon wieder drei Wochen her, seit wir, die Leichtathleten des TSV, aus Alba zurück sind, aber die Erinnerung an all' die vielen und schönen Erlebnisse wird noch lange in uns lebendig bleiben.  
 
  • 1987_Alba
 
Was eine gestandene Abteilung ist, die kann es sich leisten, eine Vorhut über die Alpen zu schicken, um Freund und Feind - von letzteren fanden wir keine - abzutasten. So war also unser Uwe schon eine Woche früher ins herrliche Piemont gefahren, um die guten Weine zu kosten und die Gastfreundschaft zu genießen. Wir, die Hauptstreitmacht, folgten ihm am Ostermontag, 20.04.1987, mit zwei Kleinbussen und einem PKW nach. Bis zu St.-Gotthard-Tunnel begleitete uns der Regen, aber kaum hatten wir die Alpen unterquert, empfing uns die südliche Sonne, die uns anschließend die ganze Woche über nicht mehr im Stich ließ. Über Mailand, Alessandria und Asti erreichten wir am späten Nachmittag unser Quartier in Alba - Alta Villa -, eine schöne Klosteranlage hoch über der Stadt gelegen.

Jeder bekam zu seiner Überraschung eine Mönchszelle zugeteilt, was aber das Zusammensein nur wenig behinderte. Bald erschienen auch schon die ersten Albaneser Sportkameraden, um uns zu beschnuppern. 

Noch rechtzeitig vor dem Abendessen erschienen Uwe und sein Freund, selig bezecht und froh, uns gefunden zu haben.

Ein erster lockerer Lauf führte uns in die schöne Landschaft und half uns, die lange Fahrt aus den Gliedern zu vertreiben. Alle, die Augen hatten, freuten sich an den blühenden Obst- und Haselnußbäumen.
 

Es folgten vier prall mit Erlebnissen gefüllte Tage. Zweimal pro Tag wurde hart trainiert, mittags und abends fürstlich gespeist und abends gefeiert. Manche Freundschaften wurden geknüpft und auch ein wenig Amore war dabei. Mit der Böblinger Leichtathletik gab es entgegen mancher Unkenrufe keine Berührungsängste, aber wir ließen uns auch nicht von vorständlichen Klammern vereinnahmen. Am Mittwochabend stieg im Hof eines ehemaligen Weingutes das große deutsch-italienische Freundschaftsfest. An langen Tafeln genossen wir die Albaneser Gastfreundschaft, aßen Gegrilltes, tranken Dolcino, Nebbiolo und Barbaresco, schaukelten manche Holzbank durch und tanzten uns die Füße heiß. Unsere originellen Gastgeschenke, kuschelweiche Osterhasen mit selbstbestickten Hosen und dazu liebevoll bemalte Ostereier - jeder malte sein eigenes Ei - taten ein übriges, um das Fest gelingen zu lassen. Und wer da glaubt, in des Klosters Stille sei die Nacht dann zu Ende gewesen, der kennt eben unsere unermüdlichen Krabbeltiere - die IGELS - noch nicht. Lag dann glücklich alles in tiefer Ruh, machten die nachts um drei Uhr noch Wettrennen zwischen Hasen und Igeln auf hallenden Klosterfluren!

Viel gäbe es noch zu erzählen, vom Wettkampf am Freitag: Alba gegen Böblingen und Dagersheim, oder besser mit Böblingen und Dagersheim, vom Empfang auf dem Rathaus, vom Abschiedsessen mit acht Gängen, von Don Alberto, dem Hüter der Moral, von Gabriela, Kais ragazza italiana, von dem Ausflug in die Langhe, vom Einkauf der Schokoladentrüffel und nicht zuletzt von dem schmerzlichen Abschied am 25. April 1987. Alle zwanzig Dagersheimer Leichtathletinnen und Leichtathleten bedanken sich bei den Freunden in Alba, bei den Damen vom Partnerschaftskomitee, allen voran Frau Rosa-Brunet, und nicht zuletzt bei der Stadt Böblingen, die uns finanziell gut unterstützte. Wir rufen allen Freunden in Alba ein "mille graue", ein "ciao" und ein "Auf Wiedersehen bis bald" zu. 

Leichtathletikabteilung im TSV

Jahresrückblick 1986

Veröffentlicht: Donnerstag, 26. Juni 1986 23:20 Drucken

Leichtathletiktechnische Trainingslager vom 22. bis 25. Mai 1986 in Menzenschwand

Am Donnerstag, dem 22. 5.1986, um 16 Uhr war's endlich da, das heiß ersehnte Trainingslager. Bei Superwetter fuhren wir los, immer voraus der schnelle Kai auf seinem (später) heißbegehrten Motorrad. Im "Kaff" Menzenschwand angekommen, stürmten wir sofort unsere Zimmer und ließen uns häuslich nieder. Am Abend machten wir dann noch einen Streifzug durch Menzenschwand und landeten in einer Wirtschaft, wo wir uns erstmal richtig sattessen mußten. 

  • 1986_Menzenschwand
 
Gleich am nächsten Morgen wurde eifrig diskutiert, wer mit Kai zum Stadion mitfahren sollte. Aber wir konnten beruhigt sein, denn jeder durfte später einmal mitdüsen. Jetzt begann der Streß! Nachdem wir den ganzen Morgen trainiert hatten, fuhren wir mittags an einen Super-Grillplatz mit See und wir Igel stürzten uns sofort in die Fluten. Dann wurde erstmal richtig reingehauen und danach wieder weitertrainiert. Später ging's retour zur Natur, indem wir auf einer Wiese feierten und dies später in einer Wirtschaft fortsetzten. Die Kleinen wurden natürlich vorher in der Jugendherberge abgeliefert. Zwei Torten (Eri + Silke), die später nachkommen wollten, wurden leider unter der Aufsicht des Hausdrachens (Jugendherbergsmutter) zu Bett gebracht. Die beiden dachten sich: "Der hupt's wohl", aber da lief nix mehr.
 
Der nächste Morgen begann schrecklich, das Wetter war absolut Gille. Statt des Trainings fuhren wir nach St. Blasien zur Stadtbesichtigung. Nachmittags, bei etwas schönerem Wetter, trainierten wir wieder, und abends ging's dann richtig los! Mit Pizzaessen, Trinken (z. B. Lambrusco), Billardspielen und natürlich Tanzen (Disco-Fox, mit den zwei begehrten Tanzobjekten Ralf und Hakky). Notgedrungen mußten wir um 1 Uhr die Pizzeria verlassen, da diese zumachte. So endete der letzte (super) Abend in Menzenschwand.
 Zum wirklich allerletztenmal ging es am nächsten Morgen zum Trainieren und mittags zum Baden und Grillen. Gegen 17 Uhr ging es dann in Richtung Heimat. Nach einem kleinen Zwischenfall (Kais Kupplungszug am Motorrad streikte) kamen wir nach ca. 2 Stunden (Isch weses nisch genau) in Dagersheim an.

Vielen Dank Uli, es war echt super. Es gibt nur einen Trost, das nächste Trainingslager kommt bestimmt!


Verantwortliche Redakteure: Die Igel Silke und Annette

Jahresrückblick 1985

Veröffentlicht: Mittwoch, 26. Juni 1985 23:17 Drucken

Bericht für das Jahr 1985 der Leichtathletikabteilung zur Jahreshauptversammlung am 29. Januar 1986

Auch im 4. Jahr ihrer Existenz hat sich die Leichtathletikabteilung weiterentwickelt. Mittlerweile haben wir 54 Mitglieder. Sollte der ungebrochene Zustrom weiter anhalten, müssen wir bald eine Aufnahmesperre verhängen. Sorgen machen wir uns etwas um den Nachwuchs bei den Schülern. Wir wären dankbar, wenn die Eltern ihre unentschlossenen Kinder einmal probeweise zu uns ins Training schicken würden, vielleicht macht es dem einen oder anderen doch Spaß. Wie alle Abteilungen haben natürliche auch wir unter dem Geburtenrückgang und unter dem Überangebot an sportlichen Aktivitäten zu leiden. Unsere beiden frischgebackenen Übungsleiter Ralf Feucht und Arnd Menschig unterstützt von der ebenfalls in der Ausbildung zur Übungsleiterin befindlichen Susanne Gehringer wollen jedoch in der kommenden Sommersaison 1986 dafür sorgen, daß ihr Trainings- und Wettkampfsangebot noch attraktiver wird.

Auch in der vergangenen Wettkampfsaison trainierten wir fleißig und besuchten zahlreiche Wettkämpfe. Selbstverständlich richteten wir auch eigene Wettkämpfe im Dagersheimer Stadion aus, so die Bezirksmeisterschaften für Aktive, die Kreisschülermeisterschaften und unser schon traditionelles Abendsportfest im Mai. Bei den Kreisschülermeisterschaften wurden Katrin Gallmeister und Felix Wellmann Kreismeister über die Hürdenstrecken. Bei den Bezirksmehrkampfmeisterschaften in Sindelfingen am 21./22.09.1985 wurde Kai Seewald einmal mehr zum König der Athleten gekürt. Dabei konnten wir den VfL Sindelfingen nicht nur in der Einzeldisziplin, sondern auch in der Mannschaft bezwingen. Die Herolde des Königs Kai hießen Frank Stahn, Ralf Feucht und Arnd Menschig. Die Langstrecken rundeten das Programm ab. Einschließlich Vorstand trabten 4 Läufer beim 25-Kilometer-Schönbuchlauf mit. Wir feierten auch unseren internationalen Einstand. Unser Gründungsmitglied Klaus Matthee war einer von 19.000 Startern des New York-Marathons und belegte Platz Nr. 8.795. Er hat uns einen begeisternden Bericht von diesem Super-Lauffest geschickt, der Interessenten gern zur Verfügung gestellt wird.
 
Auch die Kameradschaft kam bei uns nicht zu kurz. Unser Trainingslager führte uns nach Erbach im Odenwald. Dort hatten die Regenfälle der vorangegangenen Tage die gesamte Aschenbahn des Stadions weggespült. Welch Glück, daß die Pferderennbahn davon unberührt blieb, so daß wir dort unsere 1000-Meter-Runden drehen konnten.
 
Mit unserer Jahresabschlußfeier im Haus Menschig und der Weihnachtsfeier am 07.12.1985 im Haus Wellmann nenne ich einige weitere Höhepunkte unserer gesellschaftlichen Veranstaltungen.
 
Erstmals wagten wir einen Versuch auf dem Kulturparkett. Mit 25 Jugendlichen besuchten wir das Theaterstück "Diener zweier Herren" von Goldopi in dem Theater tri-Bühne in Stuttgart. Für manchen war es überhaupt der erste Theaterbesuch seines Lebens. Alle waren von der herrlichen Verwechslungskomödie begeistert. Für das kommende Jahr ist ein solcher Theaterbesuch oder eine andere kulturelle Veranstaltung wieder fest eingeplant.
 
Danken möchte ich allen Mitgliedern, Helfern und denen, die sich mit mir in der Abteilungsführung bewährt haben. Es sind dies weiterhin:
 
Arnd Menschig, Heinrich Menschig und Klaus Gallmeister sowie die Trainer, die ich oben bis auf Gerd Fichtner schon erwähnt habe.
Eine besondere Hilfe hatten wir auch in Dieter Schmidt, der uns mit seiner sonoren Stimme meisterlich bei der Ansage während unserer Sportveranstaltungen unterstützte.

Ich hoffe und wünsche mir, daß die Abteilung auch im 5. Jahr ihres Bestehens weiter blühen und wachsen möge.

 

Trainingslager der Leichtathletik vom 30. Mai bis 2. Juni 1985 in Erbach/Odenwald

Unsere Benzinkutschen ließen wir diesmal zuhause und schwangen uns stattdessen auf unsere Stahlrösser. Verladetechnisch hatten wir die Sache fest im Griff. Die Bundesbahn übernahm einen Teil der Anreise nach Erbach im Odenwald. 19 Mann, Frau und Igel hoch bezogen wir unsere fürstliche Suite (Jugendherberge Erbach). Schon am ersten Abend schwärmten wir aus auf den Michelstädter Bienenmarkt. Dort feierten wir eine Pizza- und Mohrenkopforgie. MAX war über jeden Mohrenkopfwurfverdacht erhaben. Unschuldsgesicht verbunden mit schamhaftem Niederschlagen der Augenlider lenkten den Verdacht des Nachbartisches ab.

In der ersten Nacht klingelten die Igelwecker ohne Unterbrechung, aber der Schlaf der Pilsmänner war stärker. Nach opulentem 8-Uhr-Frühstück strampelten wir 11 Kilometer den Berg hinauf nach Beerfelden. Dort hatten die sintflutartigen Regenfälle der Vortage die Aschenbahn noch nicht weggeschwemmt (Tartan gilt im Odenwald als Fremdwort). Während Mama Wellt die Fressalien für ihre hungrige Brut heranschleppte, schindeten sich die Top-Athleten bei brütender Hitze über die Bahn. Sonne und blauer Himmel meinten es in jeder Beziehung gut mit uns. Endlich kam die Mittagszeit. Mit unseren Radeln gelangten wir vorbei am historischen Galgen auf Uli's Umwegen zu unserem Grillplatz im Wald. Nach hervorragendem Mahl hackten wir das Eis vom zugefrorenen Gebirgssee, kühlten Fanta, Pils und Tomaten und schließlich auch uns selbst. Suse war so leichtfertig, gegen den heroischen Mut des Vorstandes anzuwetten, er würde sich nicht in die kalte Flut stürzen. Aber da hatte sie sich gründlich getäuscht. Die Wette wurde in Eis umgesetzt. Als die Schatten im Wald länger wurden, fuhren wir von den schwindelnden Höhen von Beerfelden, zu denen wir uns am Morgen ächzend und stöhnend hinaufgestrampelt hatten, in rasender und halsbrecherischer Fahrt talabwärts. Die "reizenden" Herbergseltern, die uns mit Speis und Trank gar nahrhaft und reichlich verwöhnten, erwarteten uns sehnsüchtig.

Rechtzeitig zum abendlichen Eisspaziergang in das malerische Erbach stießen Gerd und Arnd hinzu. Gemeinsam schlossen wir den Abend im besten Eissalon Erbachs ab. Die Aktiven allerdings waren kneipentechnisch noch nicht am Ende und füllten ihre kinoleeren Mägen im "Golden Bären" mit grünen Nudeln. Spaghettis und Tortellinis.

Auf der unterhalb der Jugendherberge gelegenen Galopprennbahn mit Stadion hatte die Stadt auf unseren besonderen Wunsch die Grashalme gekürzt, so daß wir auf der 901 m langen Rundstrecke herrlich galoppieren konnten. Groß und Klein drehten ihre Runden. Technische Übungen und Spiele kamen auch nicht zu kurz. Mit Grausen denke ich an die Läufe und Sprünge treppenauf- und abwärts. Aber schön war's doch. Der sonnengetrocknete Schweiß wurde bei der anschließenden gemeinsamen Dusche beseitigt und wiederum erwartete uns das DJH-Einheitsessen. Die Laune blieb gleichwohl gut. Mit den Jüngeren bevölkerten wir am Nachmittag das hochmoderne und schön angelegte Erbacher Schwimmbad. Spiele im und um das Wasser ließen den Nachmittag wie im Flug vergehen. Derweil plagten sich die Großen mit ihrer zweiten Trainingseinheit an diesem Tage. Dafür durften sie abends auch ins Kino, es gab die "Blues Brothers". Die Igel dagegen wollten unbedingt nochmal die gute Luft des Michelstädter Bienenmarktes (Volksfest) beschnüffeln. Wie gut, daß wir unsere Fahrräder dabei hatten.

Mitten in der Nacht erzählt MAX im Zimmer über dem Vorstand den klassischen Ameisenwitz. Biggi, unsere Jüngste, stellte dazu einschlägige Fachfragen. Lachsalve um Lachsalve brandete über den Hof der Jugendherberge und riß Vorstand und Nachbarschaft aus dem Schlaf. Aber sagt selbst, gibt es eine angenehmere Art, geweckt zu werden'

Auch am letzten Tag. dem Sonntag, sah uns die gute Galopprennbahn wieder. Unser Erbacher Opa zog wiederum unermüdlich mit dem Ball am Fuß seine Bahn und wir liefen Steigerungen, Tempoläufe etc. Uff, geschafft waren wir. Zum abschließenden Mittagsmahl boten die Herbergseltern nochmal alle Kochkünste auf und ließen jedem ein Lederhuhnschenkel auf den Teller flattern. Am Nachmittag ging's dann mit den Fahrrädern zurück zum Bahnhof und da wir auf der Hinfahrt so gut geübt hatten, reichten uns die 5 Minuten Umsteigezeit in Stuttgart lässig, um unsere 19 Drahtesel auszuladen. von Gleis 4 nach Gleis 7 zu transportieren und wieder einzuladen.

In Böblingen auf dem Bahnhof sagten wir uns Auf Wiedersehen, schade, daß es schon vorbei war. Aber tröstet Euch, nächstes Jahr gibt es ja wieder Trainingslager.