Abt. Leichtathletik

Jahresrückblick 1992

Veröffentlicht: Samstag, 27. Juni 1992 23:37 Drucken

Bericht für das Jahr 1992 der Leichtathletikabteilung in der Jahreshauptversammlung vom 11. März 1993

 

Im vergangenen Jahr feierten wir unser zehnjähriges Jubiläum. Wir gaben eine kleine Festschrift mit den Gedichten des Nikolaus heraus. Diese Festschrift kostete uns mehr Arbeit und mehr Geld als das normale Training und den normalen Betrieb. Immerhin haben wir damit gezeigt, daß wir auch mit der Feder umgehen können.
 
  • 1992_Ball
Wie es sich für unsere Abteilung gehört, feierten wir das zehnjährige Jubiläum kräftig und zwar mit einem wunderschönen Ball in der Alten Turn— und Festhalle. Wir hatten die Räume so gut dekoriert, daß sie auch noch am nächsten Tag von der SPD für ihre Herbsthocketse genutzt werden konnte.

 

Unsere Abteilung blüht und wächst nach wie vor. Die Mitgliederzahl bewegt sich auf die 120 zu. Dabei nutzte uns die Kooperationsmaßnahme Schule/Verein ganz besonders. Hier gilt ein großes Lob Annette Gruber, die ihre Kleinen in liebevoller Weise betreut und kräftig für Nachwuchs sorgt.

 

Freuen konnten wir uns auch über insgesamt 11 Einzeltitel bei den Schülerinnen, 2 Einzeltitel bei den Schülern, einen Einzeltitel bei der weiblichen Jugend B, 6 Mannschaftstitel bei den Schülerinnen, 2 Mannschaftstitel bei der weiblichen Jugend B und 2 Mannschaftstitel bei den Aktiven alles auf Kreis— und Bezirksebene. Der Hauptverein hat schon gestöhnt, als er unsere Rechnung über die Meisterschaftsprämien erhielt. Ich denke aber, daß diese Rechnung gerne bezahlt wird.

 
Der Zusammenhalt in der Truppe könnte nach wie vor nicht besser sein. Ganz besonders freue ich mich, daß Ralfs Igel Anschluß an die Aktiven gefunden haben. Hier gibt es keine altersbedingten Probleme, sondern man fühlt sich als ein Verein. Sorgen macht mir die Zeit nach Björn Holst, der uns in diesem Jahr für 5 Monate in Richtung Südamerika verlassen will. Hier suchen wir noch nach einem Stellvertreter. Vielleicht kann uns dabei auch der Hauptverein helfen.
 

Im Kreis und Bezirk sind wir nach über 10 Jahren ein fester Bestandteil und einer der wenigen Vereine, die noch unter ihrer eigenen Fahne segeln. Viele andere Vereine haben sich zu LG's (Leistungsgemeinschaften) zusammengeschlossen. Wir versprechen uns davon nicht den großen Durchbruch, wollen dies auch nicht.

Unsere Freude über den Ausbau der leichtathletischen Wettkampfstätten im Stadion wurde jüngst durch einen Brief des Sportbürgermeisters gebremst. Bisher war es klar, daß die neue Stabhochsprunganlage nach Dagersheim kommt. Offenbar hat der SV Böblingen nun doch wieder gebohrt und will erreichen, daß die neue Anlage nach Böblingen gerät. Hier wollen wir uns nach Kräften zur Wehr setzen, damit wir unsere jährlichen Bezirksmehrkampfmeisterschaften endlich komplett in Dagersheim durchführen können.

Traurig stimmt uns, daß Monika Feucht ihr Amt als Kassiererin nicht mehr ausüben will. Wie wir hören, ist Kai Seewald bereit, dieses schwere Amt zu übernehmen.
 
  • 1992_Deckenpfronn
Erstmals fand im Jahr 1992 ein Zeltlager für die Schüler und Schülerinnen statt. Auch die Aktiven nahmen daran teil. Es war ein voller Erfolg. Wir wollen dieses Jahr einen ähnlichen Ausflug nach Friedrichshafen unternehmen.

Unser österliches Trainingslager wird dieses Jahr am Gardasee in Arco durchgeführt werden. Wir haben ein wunderschönes Quartier gebucht und freuen uns auf diese Tage. Natürlich gibt es auch einen Ausflug, um die obligatorische Kirche und eine Arena zu besichtigen.


Ich freue mich, daß ich einer so lebendigen Abteilung vorstehen kann.






Aus dem TSV - Jahresrückblick 1992

Die Leichtathleten im TSV sind 1992 wieder um eine Generation gewachsen. Neben den Aktiven im Alter von 20 bis 30 Jahren und der Igelgruppe, bestehend aus Jugendlichen, wurden heuer auch die Jüngsten, die acht- bis zwölfjährigen Schüler und Schülerinnen voll integriert.

Aus den einzelnen Gruppen ist durchweg nur Positives zu berichten, vor allem aber viele Erfolge und Plazierungen. Bei den Schülern C ist neben Valentin Matt die gesamte Mannschaft, bestehend aus Ralf Lang, Conny Gräsle, Valentin Matt, Simon Schreier und Dennis Dubnitzki Mannschaftsmeister im Kreisschülermehrkampf geworden. Das Gleiche schaffte Meike Bauknecht bei den Schülerinnen C. Zudem wurde sie noch Erste beim IHS-Cup im Sindelfinger Glaspalast über 800 Meter. Dort belegte die 4 x 50-Meter-Staffel mit Lena Hahn, Angelika Braig, Anna Hahn und Meike Bauknecht in der Endabrechnung einen fünften Platz. Bei den Schülerinnen A ist neben vielen Erfolgen bei Abendsportfesten und Schülerwettkämpfen als Highlight die Teilnahme an den württembergischen Meisterschaften aufzuzählen, wo unter anderem ein fünfter Platz in der 4 x 75-Meter-Staffel von Tanja Bauknecht, Tina Halm, Kristina Holst und Jenny Borgemehn erreicht wurde. Stolz kann Trainer Ralf Feucht auf "seine Mädels" wahrlich sein, die sich zudem bei der Partnerstadt-Olympiade in Krems bei Wien prächtig schlugen. Als Lohn der Erfolge erhielten sie vom Kreisschülerwart eine Einladung zum Vergleichswettkampf der beiden Leichtathletikkreise Böblingen und Rottweil.

Nachdem im Jahr 1991 die Kreismeisterschaften im Zehnkampf mangels Ausrichter zum Ausfallen verdammt waren, sprang der TSV Dagersheim in die Bresche, sorgte für die Ausrichtung 1992, und stellte gleichzeitig den Kreis-Zehnkampf-Meister in der Mannschaftswertung. Faszinierend ist immer wieder die tolle Stimmung und das faire Miteinander, was einfach zum Zehnkampf dazugehört. Gut, daß das Dagersheimer Waldstadion nun auch zehnkampftauglich ausgebaut wird. Vorbei ist dann die Zeit, in der Stabhochsprung auf einer kaputten Anlage und Diskus aus einem Hammerwurfring im Böblinger Stadion bestritten werden mußten. Ein Dankeschön an Platzwart Peter Grözinger, der sein Stadion wirklich super im Griff hat, so daß bei allen Sportfesten immer alles reibungslos lief.

Auch die Teilnahme der 4 x 400-Meter-Staffel der Aktiven an den süddeutschen Hallenmeisterschaften im Januar war ein tolles Erlebnis. In der Besetzung Björn Holst, Uli Zimmer, Frank Stalin und Kai Seewald waren die Plätze auf dem Treppchen zwar tabu, aber ein Platz unter den besten zehn Staffeln in der württembergischen Bestenliste ist sicher drin.


Das Erfolgsgeheimnis der Dagersheimer Leichtathleten

Bei so viel Erfolg, immerhin rund 50 Meistertitel, bleibt Lob nicht aus, und manchmal hört man schon einen anderen Verein nach dem Erfolgsgeheimnis, vor allem bei der Jugendarbeit, fragen.

Nun, ein Faktor ist sicher die gute Kameradschaft innerhalb der Abteilung und die vielen gemeinsamen Aktivitäten. Da steht zunächst im Winter das schon obligatorische Skiwochenende im Gauertal/Montafon auf dem Programm. Letztes Jahr waren erstmals auch die Jugendlichen dabei. Voller Begeisterung nahm man eine Stunde Marsch zur Hätte in Kauf. Trotz hüfthohem Schnee wurde nebenbei das Skifahren erlernt.

  • 1992_Kaltern
Über Ostern ging's eine Woche ins Trainingslager, mittlerweile schon zum zehnten Mal. Schnee und Regen ließ man am Brenner zurück und machte Halt in Kaltem im sonnigen Südtirol. Im herrlich gelegenen Stadion wurde tagsüber zweimal trainiert, und abends wurde in der Herberge hoch über dem Mendelpaß gefeiert. Auch für Kultur blieb, dank Abteilungsleiter Uli Weltmann, ein wenig Zeit, war doch ein Abstecher nach Meran und Schenna ein absolutes Muß. Im Sommer zieht dann die ganze Abteilung für ein Wochenende ins Zeltlager, und im Herbst steht der Dagersheimer Flohmarkt vor der Tür.
 

Auch ein Jubiläum gab's vergangenes Jahr zu feiern. Anfangs ein zartes Pflänzchen, wuchs die Leichtathletikabteilung mittlerweile zu einem zehnjährigen Baum empor. Das war Anlaß genug, diesen mit einem rauschenden Ball zu begießen. Kaum ging das zehnte Jahr zur Neige, da liefen die Vorbereitungen für das elfte bereits auf Hochtouren. Neben Skiwochenende, den traditionellen Wettkämpfen wie Abendsportfest, Schülersportfest, Zehnkampf und Waldlauf, geht's auch 1993 wieder ins Trainingslager, diesmal nach Arco am Gardasee.

Das Sportangebot innerhalb der Abteilung bleibt erhalten; trainiert wird in den erwähnten vier Gruppen. Neu ist seit letztem Jahr die Initiative von Annette Gruber, die versucht, durch eine Kooperation mit der Grundschule in Dagersheim Mäd- Sport ehe. und Jungen schon im jungen Alter für den Sport zu gewinnen.

Bleibt zu hoffen, daß Sönke Reinhold auch im Jahr 1993 wieder genügend Resonanz mit seinem Lauftreff findet. Er führt im Sommer einmal pro Woche im Dagersheimer Wald hinter dem Stadion einen Waldlauf durch.


Gute Leistungen beim fünften Dagersheimer Waldlauf

58 Männer und 17 Frauen machten sich auf die 7,5 bzw. 15 Kilometer lange Strecke durch den Dagersheimer Wald. Während die 7,5-Kilometer-Läufer eine Runde zu bewältigen hatten, mußten die 15-Kilometer-Läufer zwei Runden auf der schönen, nicht allzu schwierigen Strecke zurücklegen. ProminentesterTeilnehmer im Läuferfeld war Böblingens Erster Bürgermeister Dirk Gaerte. Er erschien buchstäblich in letzter Minute, um die 7,5 Kilometer in

Angriff zu nehmen. Über 15 Kilometer mit am Start Otto Kühnle, der "rasende Reporter" von der Böblinger Kreiszeitung Sportlich gesehen, standen jedoch andere im Mittelpunkt bei herrlichem Spätsommerwetter. Allen voran der gebürtige Leipziger Jörg Hustig. Schon am Start rannte er los wie die Feuerwehr und lag bereits nach zwei Kilometern einsam an der Spitze aller Läufer. Die einmal erlaufene Führung gab der 28jährige bis ins Ziel nicht mehr ab. Tolle 48 Minuten für den einsamen Dauerläufer waren neuer Streckenrekord und ein Vorsprung von mehr als vier Minuten auf den Sindelfinger Serie Paulo. Dritter auf dieser Strecke wurde Michael Piske (LT Höfingen), der die Wertung der Altersklasse M 40 zu seinen Gunsten entschied.

Bei den Frauen war Brigitte Gaubisch (Spvgg Renningen) die Schnellste auf dieser Strecke. Den Sieg auf der kürzeren Distanz machten bei den Männern drei Böblinger unter sich aus. Es gewann Robert Helbich vor Mika Balz und Holger Schmidt. Dazwischen noch der Gewinner der Altersklasse M 30 Dieter Kuret (LT Filderstadt).

Mit im Feld auch TSV-Senior Dieter W. Schmidt, der sich bei seinem Debüt auf einer längeren Strecke achtbar aus der Affäre zog. Mit 33:19 Minuten ließ der 57jährige noch manch Jüngeren hinter sich. Beste Frau war hier Sylvia Dingler vor den beiden Böblingerinnen Rita Rogala und Gaby Gerdtz.

Alles in allem war der Dagersheimer Waldlauf 1992 eine auch sportlich wertvolle Veranstaltung, die sicher dieses Jahr wieder regen Zuspruch finden wird.
 

Meistertitel und Rekord für TSV-Senior

Dieter W. Schmidt, Abteilungsleiter Gymnastik beim TSV und aktiver Leichtathlet, konnte 1992 seinen im Vorjahr errungenen Landesmeistertitel über 400 Meter in seiner Altersklasse (M 55) verteidigen. Bei den württembergischen Meisterschaften in Gammertingen plazierte sich der WLV-Rekordhalter erneut zuoberst auf dem Siegerpodest (siehe Bild rechts). 

Wenige Wochen später ging's zu den deutschen Meisterschaften nach Halle an der Saale. Dort liefs für den Langsprinter leider nicht ganz so gut. Dennoch war er unter dein Strich mit seinem siebten Finalplatz nicht unzufrieden, konnte er doch als einigster Dagersheimer Leichtathlet ein Finale bei deutschen Meisterschaften erreichen.

 
Auch über 800 Meter versuchte sich der TSV-Senior im letzten Jahr. Dabei konnte er auf Anhieb einen Sieg beim Seniorensportfest in Heidelberg herauslaufen. Derzeit schon mitten in der Vorbereitung auf die Freiluftsaison wird, von dem schnellen "Oldie" sicher auch 1993 wieder einiges zu berichten sein. 



Es stand in der Zeitung

 

  • 1992_Schmuddelkinder

Jahresrückblick 1991

Veröffentlicht: Donnerstag, 27. Juni 1991 23:14 Drucken

Bericht für das Jahr 1991 der Leichtathletikabteilung zur TSV—Hauptversammlung am 30. Januar 1992

 

Als ich gestern meinem Kollegen im Amt von der Leichtathletik des SV Böblingen, Jochen Reisch erzählte, daß die Leichtathletik des TSV dieses Jahr ihr zehnjähriges Bestehen feiere, zeigte er sich darüber erstaunt und meinte, daß wir doch schon viel länger bestünden.

  • 1991_10jaehriges
 
Uns ist es recht, daß man uns sozusagen schon als "alte Abteilung" ansieht, obwohl wir dieses Jahr erst in das zarte Alter von 10 Jahren gelangen. Wir werden diesen runden Geburtstag zum Anlaß nehmen, im September ein größeres Sportfest aufzuziehen und einen Jubiläumsball zu veranstalten.
 

Endlich hat unser Aktiventrainer Klaus Stahn in Dagersheim eine Wohnung gefunden. Im Wonnemonat Mai wird er heiraten, so daß wir der frohen Hoffnung sind, ihn für die nächsten 10 Jahre behalten zu können.

Die Truppe ist nach wie vor gut auf den Beinen. Dies gilt ganz besonders für die von Ralf Feucht betreute Mädchengruppe, die sich aus Herrenberg und Sindelfingen weiter verstärkt hat. Erste Erfolge konnten wir schon mit mehreren vorderen Plazierungen bei den Württembergischen Meisterschaften am vergangenen Wochenende einheimsen. Wie gut die Bilanz unserer Igel ist, läßt sich am besten an unserem Antrag auf Erstattung von Meisterschaftsprämien ablesen. Insgesamt heimsten unsere Mädels im Jahr 1991 eine Württembergische Meisterschaft und sage und schreibe 14 Kreis— und Bezirksmeistertitel ein.

Etwas Sorge macht uns der Nachwuchs. Wir haben deswegen mit der Grundschule Dagersheim die vom WLSB geförderte "Kooperation Schule/Verein" begonnen und betreuen dabei Kinder aus den ersten 4 Grundschulklassen. Unsere Annette Gruben ist mit viel Engagement bei der Sache und wir hoffen, daß wir einige dieser vielversprechenden Talente auf Dauer an uns binden können.

Fixpunkte unseres Jahresprogramms sind nach wie vor

  • Ski—Wochenende im Gauertal Abendsportfest
  • Schülermehrkampfmeisterschaft Zehnkampf für Aktive
  • Dagersheimer Waldlauf
  • Flohmarkt
  • Nikolausfeier
Natürlich machen wir uns auch Gedanken, wie wir unsere Sportart durch attraktive Angebote anziehender machen können. Bei dem großen Angebot von Sportarten und sonstigen schulischen und außerschulischen Möglichkeiten fällt es immer schwerer, sich aus der Masse der Angebote herauszuhebe
n. Letztlich ist es dann doch immer wieder der gute Geist der Truppe, der über Kommen, Gehen oder Bleiben entscheidet. Daß uns dieser gute Geist weiterhin erhalten bleiben möge wünsche ich mir auch für die nächsten 10 Jahre.
 
  • 1991_Alba
Einer der Höhepunkte war wieder mal ein Trainingslager in Alba. Mit den Albesen verbindet uns eine langjährige tiefe Freundschaft. Die Woche war geprägt von hartem Training bei Klaus Stahn und langen rauschenden Festen.  

Zum Schluß sei mir noch ein Wort an unseren scheidenden Vorstand Simon Gebhardt erlaubt. Wir hatten in ihm einen stets regen, umsichtig planenden und vorbehaltslos für die Interessen des Sports eintretenden Vereinspräsidenten, der trotz seiner langjährigen Routine nie das Gefühl aufkommen ließ, er erledige alles geschäftsmäßig und sei innerlich nicht engagiert. Sein übergroßes persönliches Engagement in nahezu allen Bereichen des Vereins hat letztlich ja auch dazu geführt, daß er sich von seinem Amt trennen muß. Wir Leichtathleten hoffen, daß er - wenn auch mit etwas Abstand - weiterhin das Geschehen im TSV mit Interesse verfolgen und bei Bedarf mit seinem fachmännischen Rat zur Verfügung stehen wird. Gleichzeitig wünschen wir dem neuen Vorstand Willi Rupprecht eine glückliche Hand und gutes Gelingen bei seiner Arbeit.

 
Erste Württembergische Meisterschaft für die Leichtathletik des TSV

Neun Jahre hat es gedauert, bis die Leichtathleten ihren ersten Titel auf Landesebene holen konnten. Am Sonntag, dem 3. Februar 1991, war es soweit:

Kristina Holst wurde Württembergische Schülermeisterin über 60 m Hürden in der Halle und das auch noch in der Superzeit von 9,58 sec.

War das eine Freude für sie, ihren Trainer Ralf Feucht und ihre Kameradinnen. Zunächst hatte es so ausgesehen, als sei sie nur eine unter vielen schnellen Gazellen, die sich in der Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart tummelten. In den Vorläufen hatte sie zwar schon mit anderen bei einer Zeit von 9,98 sec zusammen mit zwei anderen Wettkämpferinnen gezeigt, daß mit ihr zu rechnen sei, aber daß die Sache im Endlauf nach einem Bilderbuchstart so klar für sie ausgehen würde, hatte wohl niemand erwartet, oder doch?

Noch im Ziel riß sie die Arme hoch und hüpfte wie ein aufgeregter Floh durch die Halle. Umringt von ihren Kameradinnen heimste sie den Beifall der Zuschauer ein.



Die Leichtathleten des TSV feiern mit ihrem Vorstand


Ein halbes Jahrhundert als Erdenbürger zu gelten, ist schon eine Feier wert.

So oder ähnlich müssen die Gedanken des Vorstandes der LA, Dr. Wellmann, gewesen sein, als er daran ging, eine Fete zu organisieren, die ihresgleichen sucht. Aus allen Ecken der Welt strömten Verwandte, Freunde und Bekannte zu dem alten, stilvollen Haus des Tübinger Studentencorps Franckonia am Österberg. Bis nach Mexiko drang die Kunde dieser Fete.

  • 1991_50_Jahre_Ulli
Kaum etwas fand Gnade vor den kritischen Augen des Jubilaren; da mußte es schon Champagner zum Empfang sein oder ein Lammrückenfilet in einem Fünf-Gang-Menü, begleitet von verschiedenen oberitalienischen Weinen. Für zahlreiche Unterbrechungen beim Essen sorgten Tischreden mit Schwänken aus den wilden Jugendjahren, Sterndeutungen und fein geschliffenen Reden der Anwaltskollegen.

Eine Aufarbeitung der Vorlieben, Laster und Angewohnheiten lieferte ein Chor aus Bekannten und erheiterte damit die Massen nach dem Essen. Die Leichtathleten fügten einen Abriß des Lebens im Rahmen der allgemeinen Geschichte hinzu. Als sich die Stimmung etwas lockerte, folgte dem noch ein Cancan, getanzt von den Aktiven der LA.

Eine Band aus dem Schwarzwald verbreitete auf der Terrasse hoch über Tübingen rustikale Stimmung. Das laue Sommerwetter trug seinen Beitrag ebenfalls hinzu. Währenddessen lud eine Tanzkapelle im Saal dazu ein, das Tanzbein zu schwingen.

Leider geht ein Abend wie dieser viel zu schnell vorüber, die einstimmige Meinung der Gäste war: Das war Spitze!!!

Dank dem Dr. Wellmann für die Einladung zu diesem wunderbaren Geburtstagsfest, Dank ihm auch für die viele Zeit und Energie, die er dem Verein zukommen läßt.


Die aktiven Leichtathleten des TSV Dagersheim

 

 

Totaler Triumph für die Dagersheimer Zehnkämpfer

 

In zwei Tagen zehn Disziplinen ohne Verletzung hinter sich zu bringen ist schon eine Leistung für sich. Der Athlet muß über sich selbst hinauswachsen, wenn er die teilweise ungewohnten Disziplinen ohne Verletzungen überstehen will. Teilweise gilt es auch, die Zähne zusammenzubeißen und die Schmerzen einer aufsteigenden Zerrung wegzudrücken. So ging es Joachim Lange von der LG Bäderkreis-Calw, als er sich beim morgendlichen Hürdenlauf eine Zerrung im Oberschenkel zuzog und lange mit sich haderte, ob er überhaupt weitermachen solle. Aber die tolle Kameradschaft, die lockere Atmosphäre und nicht zuletzt die Härte eines Zehnkämpfers ließen ihn nicht ruhen und so ging es auch für ihn weiter auf Punktejagd. Sein unermüdlicher Einsatz wurde schließlich mit dem 5. Platz aus nur 9 Disziplinen und 5002 Punkten belohnt.
 
  • 1991_zehnkampf
Seit 2 Jahren hatte auf Kreis- und Bezirksebene kein Zehnkampf für Männer und kein Siebenkampf für Frauen mehr stattgefunden. Der TSV Dagersheim hatte es sich deswegen vorgenommen, den Mehrkampf auf Kreis- und Bezirksebene wieder zum Leben zu erwecken. Mit 17 Teilnehmern bei den Männern war ein gutes Feld beieinander. Allein 9 Wettkämpfer stellte der TSV Dagersheim und schickte damit drei komplette Mannschaften ins Rennen. Schon nach der ersten Disziplin, dem 100-Meter-Lauf führte Kai Seewald vom TSV Dagersheim das Feld an und gab die Führung bis zum Schluß nicht mehr ab. Seine Stärken sind nach wie vor Lauf und Sprung. Trotz Trainingsrückstandes lief er handgestoppte 11,0 über 100 m, sprang 6,89 m weit, 1,88 m hoch, absolvierte die 400 m in 50,5 Sek., schwang sich am Stab 3,10 m hoch und rannte die abschließenden 1500 m in 4:42,5 Min. Aber auch bei den technischen Disziplinen lassen sich seine 11,39 m im Kugelstoß und 49,30 m im Speerwurf durchaus sehen. Ihm dicht auf den Fersen war Martin Stäbler vom TSV Dagersheim, der bis auf Hochsprung und Stabhochsprung überall Bestleistungen zeigte. Besonders erwähnenswert sind seine 11,3 Sek. über 100 m, 6,32 m im Weitsprung und 15,8 Sec. über 110 m Hürden. Hier war er der Schnellste von allen Teilnehmern. Besonders unbekümmert und fröhlich ging die Schittenhelm-Familie an den Start. Die beiden Brüder Uwe und Norbert sowie der Vetter Henrik Schittenhelm bestritten ihren ersten Zehnkampf und belegten mit durchaus passablen Leistungen die Plätze 7, 8 und 15. Die Tatsache daß Norbert Schittenhelm mit 4892 Punkten Platz 7 erringen konnte, hat er wohl sicherlich der geheimnisvollen Fee Birgit Wolf zu verdanken, die ihn liebevoll betreute und ihm die entsprechenden Geheimtips aus ihrer Aktiven-Zeit auf den Weg gab. Der Youngster des TSV Dagersheim Björn Holst war mit 19 Jahren der jüngste Zehnkämpfer. Für ihn war es der erste Zehnkampf in seiner noch recht kurzen Leichtathletik-Karriere und er schlug sich über die Maßen wacker. Besonders seine 11,5 Sek. auf 100 m und 18,7 Sek. auf 110 m Hürden können sich sehen lassen. Mit 4952 Punkten blieb er noch kurz unter der 5000-Punkte-Marke, aber schon im nächsten Jahr hofft er, diese Grenze überspringen zu können.

 

Der Umgang mit dem Stab war für viele Zehnkämpfer so schwierig wie das Essen für den Nordeuropäer mit chinesischen Stäbchen. Die tollsten Kapriolen wurden vollführt und manch einer bekam eher Muskelkater an den Lachmuskeln als an Beinen und Armen. Eine Ausnahme hiervon bildeten lediglich der Altkämpfer Helmut Arlt von VfL Sindelfingen, der seinen 38. Zehnkampf absolvierte und im zweiten Sprung, 3,70 m meisterte sowie Rainer Effenberger vom TB Cannstatt, der glatte 4 m übersprang. Die Dagersheimer Zehnkämpfer belegten nicht nur die beiden ersten Plätze in der Einzeldisziplin sondern alle drei Dagersheimer Mannschaften nahmen für sich die Plätze 1 bis 3 in Anspruch.

Leider gab es bei den Frauen im Siebenkampf nur 3 Teilnehmerinnen und zwar Susanne Zaphiriou vom SV Böblingen, die Platz 1 mit 3490 Punkten belegte und die Geschwister Barbara und Margret Karl vom TSV Eltingen, von denen sich Barbara Karl den 2. Platz mit 3484 Punkten holte. Margret Karl mußte wegen einer Verletzung nach den ersten vier Disziplinen aufgeben.
 
Alle Teilnehmer lobten den kameradschaftlichen Ton, das schöne Waldstadion, unseren unermüdlichen Platzwart Peter Grötzinger, das gute Wetter, die Kampfrichter und die Organisation. Sofern es die Zeitpläne auf Kreis- und Bezirkssebene zulassen, will der TSV Dagersheim diese Meisterschaften auch im nächsten Jahr wieder ausrichten.


Leichtathletik im TSV


Aus der Zeitung

  • 1991_Zehnkampf2

 

Jahresrückblick 1990

Veröffentlicht: Mittwoch, 27. Juni 1990 23:08 Drucken

Bericht für das Jahr 1990 der Leichtathletikabteilung zur Jahreshauptversammlung des TSV Dagersheim am 02. März 1991

 

Wer 1989 gedacht hatte, es gäbe in sportlicher Hinsicht keine Steigerung mehr für unsere Abteilung, hatte sich gründlich getäuscht. Unsere Nachwuchsigel in Form der A—Schülerinnen (W 13 und W 14) entwickeln sich unter ihrem Trainer Ralf Feucht immer mehr zu unserer Vorzeigetruppe. So war es dann auch eine natürliche Entwicklung, daß nach den Meistertiteln auf Kreis— und Bezirksebene endlich auch ein Erfolg auf Landesebene eingefahren werden konnte.
 

Kristina Holst Jahrgang 1978 und Mitglied in der Leichtathletik seit Januar 1986 konnte für sich und die Leichtathletik des TSV einen 1. württembergischen Meisterschaftstitel nach Hause bringe. Auf den den württembergischen Hallen—Leichtathletikmeisterschaften am 03.02.1991 wurde sie Württembergische Schülermeisterin über 60 m Hürden in der Halle und das auch noch in der Superzeit von 9,58 sec. Die Klasse dieses Sieges und der Siegerzeit erkennt man daran, daß die württembergische Hallenmeisterin des letzten Jahres glatt eine Sekunde langsamer lief. Wir haben über diesen schönen Erfolg im Mitteilungsblatt berichtet und möchten auch nicht versäumen, die übrigen Mädchen der Altersklasse W 13 und W 14 lobend zu erwähnen.

Susanne Möbius wurde Siebte bei den Württembergischen Meisterschaften über 60 m Hürden in 9,98 sec. und Anja Stang wurde über 800 m Neunte. Die Staffel über 4 x 100 m mit Tina Halm als Startläuferin, Tanja Bauknecht, Kristina Holst und Susanne Möbius als Schlußläuferin liefen sie ein tolles Rennen und erkämpften sich einen 7. Platz bei den Württembergischen Meisterschaften. Der Trainer Ralf Feucht hat uns schon mitgeteilt, daß wir uns für diese Freiluftsaison noch auf einiges gefaßt machen könnten. Seine Truppe sei gut drauf. Es muß wohl in der Familie liegen, denn der Bruder von Kristina, übrigens ein ehemaliger Fußballer, errang bei den Württembergischen Jugendmeisterschaften in Sindelfingen in einem tollen Rennen den 4. Platz in 52,54 sec. Auch ihm gilt unser Glückwunsch. Unsere Männertruppe war im letzten Jahr relativ müde. Verletzungen, berufliche Ausbildung, fehlender Ansporn und vielleicht auch noch andere Gründe waren ausschlaggebend, daß zwar einige ganz gute Plazierungen auf verschiedenen Sportfesten erreicht werden konnten, aber bis auf die Bezirksmeisterschaft des Kai Seewald im Weitsprung blieben die Titel auf Kreis—und Bezirksebene aus.

Und noch etwas hat der Abteilung Spaß gemacht. Beim ersten Berlin-Marathon durch die wiedervereinigte Stadt war eigens das Brandenburger Tor vorzeitig ausgeschalt worden, damit es die Läufer durchlaufen konnten. Zusammen mit fünfundzwanzigtausend anderen Läufern machten sich auch Ulrich Wellmann, Sönke Reinhold und Ralf Feucht auf die Beine um die 42,125 km zurückzulegen. Ich war als Zuschauerin auch dabei. Es war ein grandioses Erlebnis. Die Läufer wurden wie Fische in einem Strom durch die Straßen gespült. In Zeiten von 2:53:18 h für Sönke Reinhold, 3:23:02 h für Ralf Feucht und 3:37:54 h für Ulrich Wellmann wurde die Strecke gut gemeistert. Freude und Erschöpfung war auf den Gesichern der Dagersheimer Läufer abzulesen, als sie auf dem Kudamm durchs Ziel liefen. Die Begeisterung der über 1 Million Zuschauer läßt sich nicht beschreiben. Man muß dabei gewesen sein. Die Dagersheimer Läufertruppe wurde von diesem Erlebnis so begeistert, daß möglicherweise im nächsten Jahr der New York-Marathon auf dem Programm steht.

  • 1990_Kaltern
 
Das letztjährige Trainingslager führte uns nach Kaltem in Südtirol. Wir hatten unser Quartier auf dem Mendelpaß (1400 m hoch) aufgeschlagen und zwar in einem alten Hotel, das schon etwas Patina angesetzt hatte. Besonders der Wirt hatte seine Freude an unserer lebendigen Truppe und feierte, wenn es was zu feiern gab, kräftig mit. Zwischen Schneefall, Kälte und praller Sonne erlebten wir in diesen 7 Tagen jedes Wetter. Unser Interimstrainer Klaus Stahn verstand es meisterlich, die alten Knaben zu motivieren. Wie jedes Jahr war das Trainingslager ein wichtiger Auftakt für die Sommersaison. Seit einem Monat werden die Aktiven regelmäßig von Klaus Stahn trainiert. Unser bisheriger Trainer Jürgen Holst zog sich zurück. Vielleicht war seine Resignation dadurch begründet, daß seine eigenen Kinder so gut geworden sind.

Unsere Veranstaltungen (Abendsportfest, Kreisschülermehrkampfmeisterschaften und 3. Dagersheimer Waldlauf) waren gut besucht, brachten teilweise gute Ergebnisse und auch etwas Einnahmen. Erstmals veranstalteten wir den Waldlauf zusammen mit der Ski- und Gymnastikabteilung. So wurde um den Waldlauf herum ein Familienprogramm mit bunten Wettkämpfen abgewickelt, das noch mehr Zuschauer und Teilnehmer ins Stadion lockte. Wenn uns im kommenden Jahr das Wetter nicht so im Stich läßt, werden wir sicherlich noch mehr Zulauf haben.

Wir feierten unsere zweite leichtathletische Hochzeit. Steffen Knapp und seine Sabine wurden ein Paar und ein erster Jungigel liegt schon im Nest. Die Nikolausfeier, ein gemeinsamer Besuch des Böblinger Mineralbades, ein Kindernachmittag im Garten und vieles andere mehr rundeten das Programm ab.

Alles in allem stimmt die Richtung in der Abteilung und wir hoffen, daß wir in dieser Stimmung im nächsten Jahr unseren 10. Gründungstag begehen können.
 

Der TSV Dagersheim beim Berlin - Marathon 1990

Kaum war im Februar 90 durchgesickert, daß der diesjährige Berlin-Marathon durch beide Teile Berlins und auch durch das wieder eröffnete Brandenburger Tor führen würde, meldeten sich drei Leichtathleten für diesen Lauf über 42,195 km beim SCC Berlin an und bekamen auch eine Startzusage. Das war 1990 nicht selbstverständlich, hatten sich doch über 30.000 Läufer gemeldet, nur 25.000 konnten aber aus organisatorischen Gründen mit einer Startgenehmigung rechnen.
 
  • 1990_berlinmarathon
 
 
Die drei Dagersheimer Leichtathleten mit ihrem Abteilungsleiter Ulrich Weltmann, dem Lauftreffleiter Sönke Reinhold und dem Schülertrainer Ralf Feucht hatten Glück und waren bei diesem Riesenspektakel dabei.
 

Nach intensiver Vorbereitung , besonders in den letzten beiden Monaten vor dem Lauf, also im August und September, war es dann soweit. Zusammen mit den Ehefrauen als Betreuerinnen flogen sie am Samstag, dem 29.09.90 nach Berlin, um ihr optimal zwischen Ziel und Start gelegenes Hotel zu beziehen.

Ganz Berlin war in der Hand der Läufer und der Laufenthousiasten, überall Jogger, Trainingsanzüge mit sportlichen jungen und alten Menschen darin. Uns ergriff das Lauffieber. Die Strecke wurde mit einer Busrundfahrt erkundet - so lang, kaum zu fassen - und abends gab es Nudeln, Nudeln und nochmal Nudeln, damit die notwendigen Kohlehydrate gespeichert werden konnten. Nach einem würzigen Bier ging es früh zu Bett, aber der Schlaf wollte sich nicht so recht einstellen. Ulli träumte, man hätte den Start verlegt und außerdem fehlte ihm ein Schuh, Sönke aß im Traum alle Bananen der Welt, um bei Kräften zu bleiben und Ralf kam träumerisch nicht vom Biertisch, wahrhaftige Albträume für Marathonläufer.

Und dann der Start:

Man kann sich diese Menschenmengen nicht vorstellen, soweit das Auge reichte, Läufer, Läuferinnen und nochmal Läufer - 25.000 an der Zahl und wir drei mitten darin. Ein tolles Gefühl und trotz des anfangs leichten Nieselregens kein bißchen kühl, denn 25.000 gaben ihre aufgeregte Körperwärme an die Umwelt ab. Was gab es nicht alles zu sehen und zu riechen. Tausend Eindrücke stürmten auf uns ein. Während die Männer überwiegend in ihrem normalen Laufdress dastanden, machten manche Frauen den Start zum Laufsteg. Langsam und die Blicke der Männer auf sich ziehend zogen sie ihren Trainingsanzug aus, um darunter mit hautengem Dress und brauner Haut aufzuwarten. Hui, wie das die Pulsschläge antrieb.

 


Dann endlich nach den Begrüßungsworten des Reg.Bürgermeisters Momper fiel der Startschuß und mit ihm stiegen tausende blauer Luftballons in den grauen Himmel auf. Gleichzeitig brach aus 25.000 Kehlen der Befreiungs- und Jubelschrei los. Anfangs langsam - fast 4 Minuten bis zur Startlinie - dann immer schneller setzten sich 50.000 Läuferbeine in Bewegung. Die wenigen Kilometer um die Siegessäule herum bis zum Brandenburger Tor waren im Nu zurückgelegt. Und beim Durchlaufen des Brandenburger Tors kannten die Emotionen keine Grenzen

- Küsse , Umarmungen , Jubelschreie und Tränen -

 

alle aufgestauten Gefühle brachen sich Bahn. Man konnte es förmlich fühlen, daß Berlin und Deutschland wieder eins waren. Trauben von Menschen an den Straßen, Klatschen, Musik, Begeisterungsrufe, wir wurden wie im Rausch durch die Straßen getragen. Unter den Linden liefen wir , vorbei an allen Stätten, die für die jüngste deutsche Geschichte gesorgt hatten, an der  Spree entlang, durchs Nikolaiviertel, lange durch den Ostteil der Stadt, dann durch Kreuzberg und weiter immer weiter, so weit die Füße trugen. Und sie trugen und wurden getragen von den dicht an dicht stehenden Zu—schauern, die uns weiter trieben, ob wir wollten oder nicht. Ralf Feucht hatte sich seine Zwischenzeiten mit Kuli auf den Arm geschrieben, Ulrich Weltmann wollte nicht so schnell laufen, war es doch sein allererster Marathon, aber unter 4 Stunden wollte er schon ankommen. Und Sönke , der Dauerrenner lief , was das Zeug hielt, um seine Bestzeit von 2:55 h zu verbessern.


Das Ziel rückte näher, die Verpflegungs— und Trinkstationen wurden häufiger in Anspruch genommen, aber auch die Beine wurden schwerer. Bis Kilometer 30 war ja alles ganz einfach, bis Kilometer 35 gings auch noch, aber dann kam der innere Schweinehund mächtig auf und mußte bekämpft werden. Gottseidank waren so gut wie keine Steigungen eingebaut, aber auch so zogen sich die Kilometer immer mehr in die Länge. Schließlich ab km 41 der Kuhdamm, eine wunderschöne Flanierstraße, aber davon merkten wir wenig. Mit letzter Kraft , beinahe unempfindlich für die Anfeuerungsrufe der Zuschauer , stampften wir dem Ziel entgegen. Da war es , breit gähnte es uns an und nahm uns liebevoll in seine Zielbandarme. Geschafft, gesiegt, hungrig, durstig, müde aber doch unsagbar glücklich ließen wir uns unsere Medaille umhängen.

Ganz Berlin war eine rosarote Wolke und wir Dagersheimer Leichtathleten mitten drin.  

Jahresrückblick 1989

Veröffentlicht: Montag, 26. Juni 1989 23:38 Drucken

Bericht für das Jahr 1989 der Leichtathletikabteilung zur Jahreshauptversammlung des TSV Dagersheim am 10. März 1990

 

Das Jahr 1989 brachte uns in sportlicher Hinsicht die schönsten Erfolge in unserer bisherigen Geschichte. Bei den Aktiven ragten wieder einmal Kai Seewald und Martin Stäbler heraus. Kai Seewald konnte mit glänzenden 48,8 sec. über 400 m in Nagold gewinnen, Martin Stäbler schraubte seine 400-m-Zeit auf 50,6 sec. herunter. Aber auch die Zeit von Frank Stahn mit 52,1 sec. kann sich sehen lassen. Bei den Leichtathletik-Bezirksmeisterschaften in Sindelfingen sorgte Kai Seewald mit 7,24 m im Weitsprung für einen der Höhepunkte. Björn Holst, neben Uli Zimmer unser Vorzeige-Jugendlicher konnte sich über die 300 m auf 37,0 verbessern und präsentierte sich bei der Partnerstadt-Olympiade in Alba mit der Böblinger 4 x 400 m Staffel in ausgezeichneter Verfassung. Zusammen mit seinen Böblinger Kameraden gelang ihm der Sprung aufs Treppchen.

 

  • 1989_dsmm
 
Der ganze Stolz der Dagersheimer Leichtathleten waren im Jahr 1989 jedoch die B-Schülerinnen, die von Ralf Feucht trainiert werden. In der Ausgabe vom 25. Januar 1990 konnte man über unsere Mädels folgendes lesen:

"Besonders die B-Schülerinnen deckten sich mit Meistertiteln ein. Daß ihre Leistungen auch im Württembergischen Vergleich standhalten, zeigt die neue WLV-Bestenliste. Einen ersten Platz sicherte sich da Christina Holst im 50 m Sprint der Altersklasse W 11 und im Weitsprung mit Platz 9 und Platz 4 im Vierkampf. Die Stärke der TSV-Mädchen lag aber in den Mannschaftswettbewerben. Sowohl in der 4 x 50 m Staffel als auch in der 3 x 800 m Staffel stehen die Mädchen in der Württembergischen Bestenliste. Im Endkampf um die Württembergische Meisterschaft bei den deutschen Schüler-Mannschaftsmeisterschaften erreichte die Gruppe mit Tina Halm, Tanja Bauknecht, Anja Heringhaus, Susanne Möbius, Elke Hoischen, Daniela Löffler, Anja Stang und Christina Holst einen ausgezeichneten 6. Platz."

 

  • 1989_jungs
 
Wie schwer solche Erfolge zu erringen sind, kann nur derjenige ermessen, der entweder einmal Schülerinnen und Schüler in diesem Alter trainiert hat oder bei Wettkämpfen dabei war. Es geht ja nicht so sehr darum, daß die Mädchen nur in ihren Leistungen verbessert werden, sondern unsere Trainer müssen sie ständig bei Laune halten, ihnen das Gefühl der Zusammengehörigkeit vermitteln und unterstützt von den rührigen Eltern im Wettkampf betreuen. Keiner kann sich vorstellen , wie aufgeregt so junge Damen bei einem Wettkampf sein können. Manch einer geht ein solcher Start psychisch auch ganz schön an die Substanz und oft ist es nur die Gruppe, die die Mädchen oder Jungens motiviert.

 

Ein schöner Erfolg war unser 2. Dagersheimer Volkslauf am 09. September 1989. Wir konnten unsere Teilnehmerzahl glatt verdoppeln. 118 Läuferinnen und Läufer nahmen teil. Unter ihnen auch OB Vogelgsang und Sportamtsleiter Josef Fischer. In diesem Jahr wollen wir unseren Volkslaufnachmittag am 08. September 1990 noch weiter ausbauen und zusammen mit der Ski- und Gymnastikabteilung einen Leichtathletischen Dreikampf anbieten. Eventuell gibt es auch eine Doppelwertung mit dem Böblinger Stadtlauf, der eine Woche zuvor stattfindet.
 


Überhaupt hat sich die Zusammenarbeit mit den Böblinger Leichtathleten im vergangenen Jahr positiv entwickelt. Aus zarten Anfängen bei gemeinsamen Trainingslagern in Alba entwickelte sich nach und nach Verständnis füreinander, so daß wir in einer italienischen Sommernacht am 05. August des vergangenen Jahres übereinkamen, die Zusammenarbeit zu verstärken. Erster Ausdruck dieser verstärkten Zusammenarbeit sind gemeinsame Hallentrainingszeiten, bei denen uns die Böblinger in großzügiger Weise entgegenkamen. Auch in diesem Jahr werden wir mit den Böblingern zusammen unser Trainingslager in Südtirol bestreiten. Als weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit ist auch an gemeinsames Training gedacht, um unsere Arbeit zu vereinfachen und gleichzeitig zu intensivieren.

 


Unser Lauftreff-Leiter Sönke Reinhold feierte eine zweite leichtathletische Hochzeit, auf deren Nachfeier am 08. September 1989 kräftig gefeiert und gesungen wurde.

 


Unser Sportfest an Himmelfahrt, unser Flohmarkt, unsere Nikolausfeier, unsere Skiausfahrt und nicht zuletzt unsere Theaterbesuche diesmal in der neuen Stadthalle in Sindelfingen mit Büchners "Leonce und Lena" rundeten ein vielschichtiges Programm ab und zeigen immer wieder, daß der Zusammenhalt in unserer Truppe Dank der vielfältigen sonstigen Freundschaften ungebrochen ist.


Es bleibt uns nur zu wünschen, daß die Abteilung in dieser Verfassung 1992 auch ihren 10. Gründungstag feiern kann. 





Trainingslager an der blauen Donau
  

Pfingstmontag, 6 Uhr: Abfahrt der Dagersheimer Leichtathleten nach Krems an der Donau, der Partnerstadt Böblingens in Österreich, ins Trainingslager. Zum erstenmal fuhren neben den Aktiven auch 7 Schülerinnen im Alter von 11 bis 12 Jahren mit. Auf der langen Fahrt war dann Zeit genug zum Kennenlernen„ denn erst am späten Nachmittag erreichten wir Krems, und unser Quartier, das Kolpinghaus. Bewegung tut gut, vor dem Essen also noch ein kleiner Lauf auf dem Damm der Donau oder ein Völkerballspiel, wo die Kleinen die Großen abschossen. 

Mit großen Erwartungen und ebensolchem Hunger ging‘s dann in das dem Kolpinghaus angegliederte Cafe zum Abendessen. Einstimmiger Slogan danach: Klasse statt Masse. Im Laufe der Woche seigerte sich Letzteres jedoch in Anbetracht hungriger Sportlermägen. Trotz Regen ging‘s dann am Dienstagmorgen auf den Sportplatz, die Technik wurde wegen Kälte gestrichen, konditionsfördemde Läufe trotzdem absolviert.

 

  • 1989_Krems
 
Nach dem Nachmittagstraining bei unterdessen besserem Wetter führte uns ein kulturbeflissener Kremser durch die Stadt und deren Geschichte, deren Spuren sich bis in die Zeit der Gotik zurückverfolgen lassen. Die Geschichte verfolgte uns dann auch auf einer Fahrt durch die Wachau am Mittwoch und holte uns in Form von verschiedenen Pfarr- und Wehrkirchen entlang der Donau sowie der Burgruine in Dürnstein ein. Zu heftigen Diskussionen gab der Antrieb der Seilfähre über die Donau Anlaß, die an einem Seil hängend, nur durch die Strömung angetrieben, das andere Ufer auch tatsächlich erreichte.  Das Training wurde immer schwerer, denn die ungewohnt harte Kunststoffbahn machte den Waden und zunehmend auch der Knochenhaut zu schaffen. So folgte ein Freibadbesuch bei strahlendem Sonnenschein den zwei Trainingseinheiten am Donnerstag. In der Sonne liegen und regenerieren, im Cafegarten des Freibades sitzen und ausgeschwitzte Flüssigkeit auffüllen, oder mit den kleinen Wasserratten im Kinderbecken (dem einzig warmen Becken) herumtoben, war angesagt.  Leider hieß es schon am Freitag, vom Stadion Abschied nehmen, der jedoch recht heftig ausfiel. Vormittags noch einmal trainieren trotz schmerzender Beine, nachmittags ein freundschaftliches Kräftemessen mit einigen Kremser Leichtathleten, abends dann mit diesen ein Besuch beim Heurigen-Mundschenk. Am Samstag kamen wir wieder wohlbehalten als gefestigtes Team mit, trotz großem Altersunterschied, super integrierten Schülerinnen in Dagersheim an.




Es stand in der Zeitung :

  • 1989_Zeitungsbericht