Alle drei Jahre wieder findet die Partnerstadtolympiade zwischen den Böblinger Partnerstädten
statt. Nach 2008 in Sittard-Geleen (Niederlande) war dieses Jahr vom
27.-31. Juli die Böblinger Partnerstadt Alba (Italien) der Gastgeber
dieser Großveranstaltung.
Insgesamt kamen ungefähr 1200 junge Sportler und Sportlerinnen im Altern
von 14-18 Jahren zusammen um sich im Geiste des Vorbildes "Olympische
Spiele" in einem fairen Wettkampf zu messen. Die teilnehmenden Städte
sind seit der ersten Partnerstadtolympiade 1978
fast immer dieselben geblieben. Dies sind Alba (Italien), Krems
(Österreich), Pontoise (Frankreich), Glenrothes (Schottland), Bergama
(Türkei), Sittard-Geleen (Niederlande) und natürlich Böblingen. Neben
dem sportlichen Wettkampf soll auch die Möglichkeit neue
Freundschaften zu schließen und andere Menschen aus anderen Ländern
kennenzulernen genutzt werden.
Die Teilnehmer waren dieses Mal in den verschiedenen Schulen von
Alba untergebracht. Frühstück und Abendessen gab es in der zentralen
Mensa. Unsere Sportler und Sportlerinnen hatten Glück. Vor allem die
Sportlerinnen waren sehr zentral untergebracht und
somit die Laufweg zu den zahlreichen Abendveranstaltungen kurz. So
ergaben sich viele Möglichkeiten mit anderen Sportlern aus anderen
Nationen in Kontakt zu kommen. Und von dieser Möglichkeit wurde
reichlich Gebrauch gemacht. Aus Sicht der teilnehmenden Leichtathleten
konnte der zeitliche Verlauf nicht besser sein. Nach der
Eröffnungsveranstaltung am Mittwochabend hatten die Leichtathleten ihre
Wettkampftage am Donnerstag und Freitag. Am Samstag blieb dann Zeit sich
andere Sportarten anzuschauen und alte oder neue Bekannte
anzufeuern. Pech hatte Luisa Moroff, die aufgrund einer sich kurz zuvor
zugezogenen Bänderdehnung nicht an dem Wettkampf teilnehmen konnte,
ansonsten hätte sie sicherlich in der Vergabe der Medaillen eingreifen
können, so blieb ihr aber nichts anderes übrig
als ihre Mannschaftskollegen anzufeuern.
Bei strahlendem Sonnenschein konnten dann am Donnerstagmorgen die
Spiele für die Leichtathleten beginnen. Gleich im ersten Lauf konnte sich
Julia Hähnel die Goldmedaille über 1500m sichern. Mit ihrer Zeit von
5:06,81sec konnte sie die zweitplazierten Jennifer
Cruickshanks aus Glenrothes beinahe 9sec. abnehmen. Gold gab es dann am
Freitag noch mal für Julia Hähnel in der vorletzten Disziplin, der
Schweden-Staffel (800m – 600m – 400m – 200m), zusammen mit Franziska
Hatzl, Aliaksand Manastyrskaya und Johanna Schubert
in der Zeit von 5:53,51.
Im Einzel konnte sich noch Franziska Hatzl über 400m in der
persönlichen Bestzeit von 60,62sec. die Silbermedaille sichern, sowie
über die 100m Hürden in 17,64 sec. die Bronzemedaille, womit sie dann
den Satz von Gold, Silber und Bronze voll hatte.
Silber gab es auch noch für die jüngere Schwedenstaffel, die in der
Besetzung Svenja Wüst, Domino Arbter, Carina Buck und Julia Reinert in
6:09,73 min sich nur Geleen beugen musste und lange Zeit sogar das
Rennen anführte. Die weiteren Medaillen für das Böblinger Team, das sich aus
Leichtathleten der SVB und des TSV zusammen setzte waren Gold für Svenja
Wüst – 1000m und Bronze für Nadine Heinzelmann – 80m und Sebastian
Neumann – 100m, Weit
Damit reichte es insgesamt für 3 x Gold, 2 x Silber und 4 x Bronze
für die Leichtathleten.
Aber auch alle, die kein Edelmetall holten
hatten an dem Wettkampf ihre Freunde und gaben ihr bestes. So startete
Anna Feucht über die 100m (11,78) und in dem für
die ungewohnten Kugelstoßen (6,27m). Bevor sie die Silbermedaille
erhielt übersprang Carina Buck im Hochsprung 1,25m und im Kugelstoßen
6,59m. Ebenso ihre Staffelkollegin Domino Arbter lief über die 80m
Hürden 15,24sec und sprang im Weitsprung 4,02m. Neben
seiner Paradedisziplin, den 1000m in 2:57,78sec, startete Michael
Zweigart auch noch im Diskuswurf (14,24m) und in der Schwedenstaffel der
jüngeren Jungs. Paul Wiese sprintete über die 100m 12,71sec und
benötigte für die 1500m 4:51,70sec.
Nach zwei anstrengenden sportlichen Tagen ging es dann ab
Freitagabend auf die "Piste". Alle leichtathletischen Wettkämpfe waren
vorbei und so konnte die Nachtruhe von den Trainern auch etwas
verlängert werden. Das ließen sich die Athleten nicht zweimal
sagen und genossen die restliche Zeit in vollen Zügen. Neben einem
Besuch bei den anderen Sportarten wie z.B. Fussball, Badminton oder
Schwimmeng ging es dann Samstagabend in einer langen Schlange vom Piazza
Savonna Richtung Piazza del Duomo. Dort fand die
Abschlussveranstaltung statt. Die olympische Flagge wurde eingeholt und
dem nächsten Ausrichter übergeben. Noch einmal gab es Livemusik und mit
einem großen Feuerwerk ging die Partnerstadtolympiade zu Ende. Am
Sonntag auf der Rückfahrt war einigen Teilnehmern
die Strapazen deutlich anzusehen, aber alle waren sich einig, dass dies
ein tolles Erlebnis war und rechneten schon nach, ob man den 18.
Geburtstag bei der nächsten Olympiade schon überschritten hat oder
nicht.